· 

Projekt: ownhome Oberkrämer

Tiny Hemp House - ownhome bei Berlin

Das ownhome bei Berlin ist wahrhaft ein einzigartiges Projekt! In Zusammenarbeit mit der solidarischen Bauwirtschaft haben wir in weniger als drei Wochen ein Tiny House aus Hanf erreichtet, das in Sachen Nachhaltigkeit kaum fortschrittlicher sein könnte.

 

Ein Tiny House aus Hanf - Foto: Henrik Pauly
Ein Tiny House aus Hanf - Foto: Henrik Pauly

Natürliche Baustoffe

Hanfkalk in-situ - Foto: Lara-Marie Krauße
Hanfkalk in-situ - Foto: Lara-Marie Krauße

Es ist das Zusammenspiel von natürlichen Baustoffen, die dieses Projekt so lebenswert machen: Hanf, Kalk, Lehm und Holz - alles 100% natürliche Materialien, die sorgfältig aufeinander abgestimmt sind. Jedes Baumaterial wird dort eingesetzt, wofür es am besten geeignet ist. Das macht das Gebäude nicht nur effizient, sondern obendrein auch bereits während der Bauphase emissionsarm, denn das Holz und vor allem der Hanf binden viel CO2 und ermöglichen so eine nahezu CO2-neutrale Bauweise. Auch wurde bereits in der Planungsphase konsequent auf eine schadstofffreie Bauweise geachtet.

Wände aus Hanfkalk

Der Baustoff Hanfkalk, welcher aus Hanfschäben als Dämmmaterial und Naturkalk als Bindemittel besteht, kam in diesem Projekt in den Außen- und Innenwänden zum Einsatz. Das Gebäude ist eines von wenigen mit Hanfkalk gebauten Häusern in Deutschland.

Ein Highlight sind sicherlich die abgerundeten Gebäude-Ecken. Sie verleihen dem Tiny House nicht nur eine natürliche Optik, sondern haben auch zwei große bauphysikalische Vorteile: Während eine klassische, 90°-Außenecke eine ernst zu nehmende konstruktive Wärmebrücke darstellt, wird durch eine Abrundung der Dämmwert im Vergleich erheblich verbessert. Hinzu kommt, dass die Raumluft in scharfen Kanten keine Chance hat, vorbei zu strömen und evtl. entstehende Feuchtigkeit aufzunehmen. Es besteht Schimmelgefahr. Organische Formen wie Rundungen ermöglichen der Raumluft, an der Wand entlang zu strömen und ggfs. entstehende Feuchtigkeit sofort aufzunehmen. Die Wände bleiben also trocken.

 

Der diffusionsoffene Wandaufbau aus Hanfkalk reguliert die Luftfeuchtigkeit im Gebäude auf eine natürliche Weise und schützt durch die niedrige Gleichgewichtsfeuchte die Holzkonstruktion im inneren er Wand. Chemischer Holzschutz ist also bei dieser Bauweise völlig unnötig. 

 

Kunst am Bau

Kunstvolle Innenwände aus Hanfkalk - Foto: Lara-Marie Krauße
Kunstvolle Innenwände aus Hanfkalk - Foto: Lara-Marie Krauße

Die künstlerisch wertvoll gestaltete Innenwand wurde mit natürlichen Ocker-Pigmenten aus Südfrankreich farblich in Szene gesetzt. Dabei wurde der Hanfkalk in verschiedenen Farben abgetönt und lagenweise eingebracht.

In einem weiteren Gefach manifestiert sich durch die runden Gläser ein schönes Lichtspiel in den angrenzenden Räumen. Die Gläser bestehen dabei aus zwei Flaschen-Hälften, welche in der Mitte zusammengeklebt wurden und so das einfallende Licht in verschiedenen Farben wiedergeben.

Die kleine, aber feine Innenwand verbildlicht die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die der Baustoff Hanfkalk zu bieten hat.

Die künstlerisch wertvoll gestaltete Innenwand wurde mit natürlichen Ocker-Pigmenten aus Südfrankreich farblich in Szene gesetzt. In einem weiteren Gefach manifestiert sich durch die runden Gläser ein schönes Lichtspiel in den angrenzenden Räumen. Die kleine, aber feine Innenwand verbildlicht die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die der Baustoff Hanfkalk zu bieten hat.

 

Technische Details

Das Gebäude steht auf Schraubfundamenten, welche einen minimalen Eingriff in den Boden ermöglichen. Die tragende Konstruktion wurde in Holzständerbauweise errichtet und die Außenwände vollständig mit Hanfkalk gedämmt. Wo es die Konstruktion erforderte, wurden kleine Bereiche mit Holzweichfaserplatten gedämmt. Auf der Innenseite der Holzständer wurden Holzwolle-Leichtbauplatten (HWL-Platten) als verlorene Schalung montiert, wodurch der Arbeitsaufwand für die Schalarbeiten minimiert wurde. Gleichzeitig dienen die HWL-Platten als Putzträger für den späteren Lehmputz auf der Innenseite des Gebäudes.

Für die Hanfkalk-Arbeiten wurden Hanfschäben mit Naturkalk und Wasser direkt auf der Baustelle in einem Zwangsmischer gemischt. Von dort aus wurde die frische Hanfkalk-Mischung in Wannen zum Einbauort gebracht und von Hand in die Schalung eingefüllt. Die Verdichtung erfolgte von Hand mit sogenannten „Hanf-Stampfern“, wodurch eine feste und homogene Oberfläche geschaffen wurde.

Unsere Leistungen

·         Beratung der Bauherrin zu ökologischen Bauweisen
·         Erstellung der Detailplanung (Ausführungsplanung, LP 5) für die Hanf-Gewerke
·         Bauleitung vor Ort von Beginn an
·         Koordination der Hanfkalk-Arbeiten in Abstimmung mit allen angrenzenden Gewerken
·         Schulung der Handwerker*innen für die Hanfkalk-Arbeiten
·         Beratung und Betreuung während der Ausbauarbeiten

 

zu guter letzt

Es war nicht nur die sorgfältige Planung und Durchführung einer ökologischen Bauweise, sondern viel mehr das harmonische und soziale Miteinander, was dieses Projekt so einzigartig werden lässt. Das Team aus Helfer*innen und Fachleuten funktionierte von Anfang an wie ein Schweizer Uhrwerk. Es ist ein gutes Gefühl, ökologisches Bauen und gutes soziales Miteinander zu erleben. Ich freue mich schon sehr auf die kommenden Projekte mit diesem tollen Team.

 

Das Hanf Magazin hat uns zu dem Projekt und zu meinem Unternehmen interviewt. Das spannende Interview in voller Länge können Sie hier lesen: Interview mit dem Hanf Magazin vom 19.08.2020

Möchten Sie auch in einem natürlichen Gebäude wohnen? Dann sind Sie bei uns genau richtig!

Gerne bin ich für Ihre Anfrage erreichbar unter henrik.pauly@hanfingenieur.de

 

Teilen Sie den Beitrag mit anderen!